Albrecht Dürer Todesursache: War es doch keine Malaria?


Albrecht Dürer (1471-1528) gilt als einer der bedeutendsten Künstler der deutschen Renaissance. Seine Werke wie das Selbstporträt im Pelzrock, die Apokalypse oder das berühmte Rhinozeros sind weltbekannt. Doch wie starb der Nürnberger Maler, der auch als Mathematiker, Theoretiker und Humanist wirkte? Lange Zeit wurde angenommen, dass er an Malaria erlag, die er sich auf einer Reise in die Niederlande zugezogen hatte. Doch neue Forschungen werfen ein anderes Licht auf die Umstände seines Todes.

## Neue Quelle enthüllt andere Todesursache

Der emeritierte Würzburger Geschichtsprofessor Franz Fuchs hat in einem Aufsatz für den jüngsten Band des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg eine bisher unbekannte Quelle vorgestellt, die die Todesursache Dürers vermerkt. Es handelt sich um die Notizen eines Nachbarn von Dürer, Christoph Scheurl (1481-1542), der am Rande seiner unveröffentlicht gebliebenen Chronik "Geschichtsbuch der Christenhait" einige Details zu Dürers Tod festhielt[^1^][1] [^2^][2].

Laut Scheurl starb Dürer am 6. April 1528 um "zwei Stunden vor Sonnenaufgang" an der "Pleuresis", also einer Rippenfell- oder Brustfellentzündung[^1^][1] [^2^][2]. Er sei am 2. April abends erkrankt und habe bis zu seinem Tod gelitten[^1^][1] [^2^][2]. Diese Angaben widersprechen der gängigen Annahme, dass Dürer an Malaria starb, die er sich 1520/21 während seiner Reise in die Niederlande eingefangen hatte und die ihn in seinen letzten Lebensjahren plagte.

## Auswirkungen auf die Kunstgeschichte

Die neue Erkenntnis kann sich nach Auffassung des Dürer-Experten und Direktors der Nürnberger Museen, Thomas Eser, auf die fachliche Betrachtung des Dürer-Spätwerks auswirken. Er räumte ein, dass sich auch mit der neuen Veröffentlichung der medizinische Befund Dürers heute nicht mehr sicher klären lasse. "Die These des lang erkrankten Malers muss aber erst mal in die Schublade", stellte Eser fest[^1^][1]. Das Leiden Dürers an Fieberschüben oder an einer Melancholie seien bisher gerne in sein späteres Schaffen hineininterpretiert worden.

Fuchs' Aufsatz kann außerdem noch mit Spekulationen um Dürers spektakuläre Exhumierung einen Tag nach seiner Beerdigung aufräumen. Diese sei nach den Notizen des Zeitgenossen keine Nacht- und Nebelaktion gewesen, sondern vom Rat der "Älteren Herren" genehmigt gewesen, um die Totenmaske des bekannten Künstlers für die Nachwelt anzufertigen und ihm eine Locke abzuschneiden[^1^][1]. In der bisherigen Kunstgeschichtsschreibung war vielfach von einer Schändung von Dürers Grab durch "unwürdige Gesellen" die Rede gewesen[^1^][1].

## Fazit

Albrecht Dürer war nicht nur ein genialer Künstler, sondern auch eine faszinierende Persönlichkeit, die bis heute viele Fragen aufwirft. Die neue Quelle zu seiner Todesursache zeigt, wie wichtig es ist, die historischen Fakten immer wieder zu überprüfen und zu hinterfragen. Auch wenn wir nie genau wissen werden, wie Dürer gestorben ist, können wir sein Erbe bewundern und schätzen.